Der Salon

Salon suggeriert einen Ort, wo man sich zum Kennenlernen und geistigen Austausch in geselliger Atmosphäre trifft – ein Nachklang an die Pariser und Berliner Salons von einst. Die Themen waren der Philosophie und ihren Wissenschaften gewidmet.

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Optisches Kabinett

Das Optische Kabinett wurde als Lehr-Museum eingerichtet. Erfahren Sie, wie eine optische Täuschung funktioniert oder schauen Sie sich einen rustikalen Fernschreiber aus dem letzten Jahrhundert an. Erleben Sie auch, wie Elektrizität und vieles mehr entsteht.

Zum "Optischen Kabinett"

Vor einigen Jahren wurde mir eine Schrift mit dem Titel ALPHA ONE PROJECT zugeschickt, in der der Verfasser für ein Energiekonzept bis zum Jahre 2500 warb. Es war ein naives Machwerk aus guten Absichten und Halbwissen. In meiner Antwort an den guten Mann fragte ich: Stellen Sie sich vor, wir schreiben den 31. Dezember 2499 – was kommt dann?

Da wir nicht wissen, wie lange die Menschheit noch existieren wird, muß hier zuende gedacht werden: Versorgung mit allen lebenswichtigen Gütern ad infinitum, das heißt theoretisch bis sich die Sonne aufbläht und die Erde verschlingt – in etwa fünf Milliarden Jahren. Und wenn es schon in zehntausend Jahren so weit wäre: die Erde wird von ihren nicht erneuerbaren Energieressourcen längst leer geplündert sein. Was tun ? Die geringe Vorausschau des Verfassers von ALPHA ONE PROJECT mit seinem Zeitlimit bei 2500  entspricht üblicher Denkweise. Im FAUST sagt Mephisto den ominösen Satz: „Weh dir, daß du ein Enkel bist…“, und ich darf mit meinen Worten ergänzen: „..denn diese Erde wird dein Erbe sein.“ Von den Enkeln, die im Jahre 2015 geboren werden, wird mit fortschreitender Langlebigkeit eine Mehrheit an der nächsten Jahrhundertwende noch am Leben sein. Was für eine Erde werden sie ihren Enkeln um 2100 hinterlassen? Im Grunde haben wir keine Ahnung. Gewiß ist nur das Altern der Enkel und das Ticken der unerbittlichen Uhr: das Auslaufen der Ressourcen. Erst Öl und Gas in diesem Jahrhundert, Kohle und Uran binnen der nächsten 500 Jahre. Zwar werden noch immer in abgelegenen Teilen der Erde neue Quellen von fossilen Brennstoffen und Bodenschätzen entdeckt. Das sind jedoch Galgenfristen. Denn gewiß ist auch: die Masse der Erde, mit allem, was sie birgt, ist unwiderruflich begrenzt.

Nach der Lektüre von ALPHA ONE PROJECT habe ich mir einige qualitative Gedanken über die Prinzipien eines sinnvollen Modells des Überlebens ad infinitum gemacht. Ich habe ihm den Namen gegeben: ZEITVERTREIB BIS ZUM WELTUNTERGANG. Der Titel ist auf die Politik gemünzt: den leichtfertigen Umgang mit Existenzfragen der Menschheit. Ich stelle als Erstes die simple Frage: wieviel konsumiert der Mensch, um zu überleben?

a) Nahrung
b) Wasser
c) Atmosphäre
d) Energie
e) Seltene Metalle
f) Kultur (als Sammelbegriff für Unterhaltung, Urlaub, Bildung, Landschaftspflege etc.)

Zu a) Nehmen wir an, das Wachstum der Menschheit komme allmählich zum Stillstand, dann wird es noch immer möglich sein, diese Volksmassen zu ernähren. Kritisch wird es, wenn etwa Bienenvölker aussterben oder die Pflanzenwelt irreversibel geschädigt wird (Erinnerung an die Kartoffelfäule in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts).

Zu b) Da Dunst aus der Erdatmosphäre nicht entweichen kann, ist bilanzmäßig genügend Wasser vorhanden. Im Prinzip lösbare Probleme sind die bedarfsmäßige, geographische Verteilung an die Nutzer, das Ausbalancieren von Dürren und Fluten, ein häufiges Recycling von Brauchwasser.

Zu c) Gesunde Atemluft ist in den hochzivilisierten Ländern mit Umweltbewußtsein eine Selbstverständlichkeit. Nach und nach werden die Schwellenländer folgen. Es ist eine nicht-existenzbedrohende Zeitfrage. Industrielle toxische Abgase, einschließlich Rauchgas, lassen sich vor Ausstoß in die Atmosphäre reinigen. Davon ausgenommen ist Kohlendioxid, das nicht eine Spurensubstanz ist wie Staub, Schwefeldioxid, Stickoxide, sondern ein nicht-toxisches, jedoch klimarelevantes Verbrennungsprodukt. Das heißt: seine Menge ist streng proportional zu der Menge des eingesetzten Brennstoffs. Es folgt daraus:

1) Eine Verminderung des Kohlendioxidausstoßes ist nur durch eine verbesserte Ausnutzung des fossilen Brennstoffs zu erzwingen. Die Grenzen sind hier aus Materialgründen praktisch schon erreicht.

2) Eine teilweise Umstellung von fossiler Energieerzeugung auf erneuerbare Energien (außer Biomasse) und Atomstrom würde in dem Maße auch die Belastung durch Kohlendioxid vermindern.

3) Eine Eliminierung riesiger Mengen von Kohlendioxid aus Rauchgasen, etwa als Flüssiggas oder Verbringung ins Meer, übersteigt bei weitem die ökonomischen Möglichkeiten.

4) Die sinnvollste Lösung wäre eine globale Aufforstung von Brachflächen, die Kohlendioxid aufnehmen und letztenendes wieder in organische Substanz überführen. Großprojekte dieser Art scheitern schon im Vorfeld an dem Eigennutz der Nationen.

Die zur Debatte stehende Reduzierung der Kohlendioxidmenge in Deutschland hat – wenn auch unverzichtbar – nur  Signalwert. Die deutsche Bevölkerung beträgt weniger als 5 % der Population der Schwellenländer China und Indien, deren Ausstoß an Kohlendioxid mit fortschreitender Industrialisierung bei wachsendem Lebensstandard in diesem Jahrhundert überproportional ansteigen wird. Eine Erwärmung der Atmosphäre wird klimatische Konsequenzen haben in Form von subtropischer Erwärmung in jetzt gemäßigten Zonen sowie Naturkatastrophen, hingegen den Bestand der Menschheit nicht gefährden.

Zu d) Der Energieverbrauch muß sich auf 100 % erneuerbare Energien beschränken (mit einer Notreserve an konventionellen Brennstoffen). Im nachfolgenden soll ausschließlich Biomasse in die Betrachtung eingehen. Dazu gehören theoretisch auch die organischen Energieträger Öl + Erdgas und Kohle, jedoch benötigt der Bildungsprozeß aus Pflanzen bei Steinkohle > 300 Millionen Jahre, bei Braunkohle immerhin noch 25 Millionen Jahre, ist also indiskutabel. Nach dem Zeitbedarf ihrer industriell nutzbaren Erneuerung lassen sich vier Zyklen definieren:

1) 1000 Jahre > Konversion von Pflanzen in Torf (zukunftsbezogene Anlage; möglicherweise läßt sich die Kompostierungszeit durch bakterielle Gärung beschleunigen).
2) 20 Jahre > Abholzen von schnell wachsenden Baumsorten, z. B. Pappeln in Mischwäldern. Hauptlieferant von Biomasse, eventuell nach vorheriger Verkokung, um Wasser und Wertstoffe von reinem Kohlenstoff zu trennen.
3) 1 Jahr > Ernte nicht genießbarer Pflanzen und Stroh.
4) 24 Stunden > Klärschlamm als Beimischung zu anderer Biomasse.

Erneuerbare Biomassen sind wegen des Austauschs mit der Atmosphäre CO2-neutrale Brennstoffe. Die Basis-Technologien sind Standardwissen. Von Bedeutung ist präventiver Schutz gegen Schädlinge. Inwieweit sich konventionelle Energieträger durch Biomasse ersetzen lassen, hängt von den verfügbaren Anbauflächen ab bzw. dem Grad der Aufforstung ab. Mit Sicherheit reicht die Produktion schon für die gegenwärtige Bevölkerungszahl der Erde nicht aus. Deren Wachstum wird sich exponentiell einem Ende nähern, das allerdings noch längst nicht in Sicht ist. Weiterhin steigt der Energiebedarf durch höhere Ansprüche an Lebensqualität, je mehr Menschen von den ärmeren Schichten in den Mittelstand aufrücken (Indien, China, Indonesien). Vor Auslaufen der Kohle- und Uranvorräte müßte sich daher innerhalb von einem halben Jahrtausend die Weltbevölkerung, homogener Lebensstandard angenommen, auf 500 Millionen reduzieren, also um 80 – 90 %.

Alle anderen erneuerbaren Energieträger – also Wind-, Solar-, Gezeitenenergie (geothermische Energie ist streng genommen nicht erneuerbar) – sollten vorläufig außer Betracht bleiben. Es ist inzwischen klar, daß zum Kosten/Nutzen-Effekt  nur geschönte Annahmen vorliegen. Die Förderung der erneuerbaren Energien durch Subventionen verzerrt den Wettbewerb und geht einher mit einer Desinformation der Bürger in Bezug auf einen realistischen Strompreis. Man muß auf jeden Fall bedenken:

1) Leistung: Starke Wetterabhängigkeit in gemäßigten Zonen mindert die Verfügbarkeit.

2) Kosten: Die Energieproduktion ist dezentral, was hohe spezifische Personalkosten für Betrieb, Wartung, Reparatur nach sich zieht. Die Einschränkung der Verfügbarkeit mindert den Kosten/Nutzen-Effekt.

3) Langzeitbewährung: Off-shore Windräder setzen sich der Gefahr stärkerer Korrosion aus. Solaranlagen in Wüstenzonen sind durch Windabrasion gefährdet.

4) Naturschutz: In allen Genehmigungsverfahren von Kraftwerken und anderen Industrieanlagen wurde neben der Sicherheit dem Naturschutz eine hohe Priorität eingeräumt.

Den Fusionsreaktor (Prinzip: Verschmelzung von Wasserstoff- zu Heliumatomen), von dem eine Pilotanlage gebaut wurde, darf man getrost noch in das Reich der Science Fiction verweisen. Die Gegner des Wasserstoff-Kraftwerks können schon mal mit Demonstrationen beginnen: Wehret den Anfängen… (welchen auch immer). Um vernünftige Energiekonzepte hat sich noch keine deutsche Regierung Gedanken gemacht. Noch unter Kanzler Kohl wurde der Schnelle Brüter zu Grabe getragen. Diese Anlage hätte den Kernbrennstoff Plutonium selbst erzeugt – für lange Zeit und ohne Ausstoß von Kohlendioxid.

Zu e) Der Rückgang der Weltbevölkerung auf ca. 500 Millionen, um der Menschheit mit erneuerbaren Energien das Überleben zu sichern, hätte Konsequenzen für den Kulturbetrieb: Schrumpfung des Massenverkehrs; Ersatz des Menschen durch Automation; , einschließlich Roboter; Urlaub in virtuellen Welten; Spezialisierung auf Dienstleistungsberufe etc. Das ist alles Spekulation ein. Das hier vorgestellte Endzeitmodell wird sich nicht durchsetzen. Statt einer sanften Reduktion der Erdbevölkerung werden die Mächtigen bei den Verteilungskämpfen zu der bewährten Methode des Genozids greifen.

 

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