Der Salon

Salon suggeriert einen Ort, wo man sich zum Kennenlernen und geistigen Austausch in geselliger Atmosphäre trifft – ein Nachklang an die Pariser und Berliner Salons von einst. Die Themen waren der Philosophie und ihren Wissenschaften gewidmet.

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Optisches Kabinett

Das Optische Kabinett wurde als Lehr-Museum eingerichtet. Erfahren Sie, wie eine optische Täuschung funktioniert oder schauen Sie sich einen rustikalen Fernschreiber aus dem letzten Jahrhundert an. Erleben Sie auch, wie Elektrizität und vieles mehr entsteht.

Zum "Optischen Kabinett"

Neid zählt zu den tückischen Giften, die die Psyche schon früh befallen und ihr ein Leben lang ihr Gepräge geben. Grundsätzlich ist der Mensch auf den Neid hin angelegt. Diese Befindlichkeit gehört zum Wettbewerb in der Gemeinschaft. Aus positiver Sicht resultiert daraus eine starke Triebkraft, sich zielstrebig durchzusetzen.  Der Idealtyp ist die reife Persönlichkeit mit ausgewogenem Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein. Der Umgang mit augenscheinlich neidlosen Menschen ist offener, lockerer, freundschaftlicher.

Niemand freilich möchte als neidisch oder – schlimmer noch – mißgünstig angesehen werden, und so nistet der Neid im Verborgenen. Neid ist allgegenwärtig, die menschliche Gesellschaft definiert sich geradezu durch diesen gar nicht so recht wahr- und ernst genommenen Makel. Daher kennt man auch keine Therapie. Die Diagnose ist nicht schwierig. Neid ist vor allem ein persönliches Problem: Das heimliche Eingeständnis, versagt zu haben, zumindest nicht mithalten zu können angesichts der - tatsächlichen oder vermeintlichen – Erfolge anderer, meist Kollegen, Verwandten, Nachbarn. Häufig hat der Neider eine bestimmte Person im Visier, an der er sich wie unter Zwang immer wieder mißt. Wird dem Kontrahenten die höhere Gunst bei einem Vorgesetzten mißgönnt, so mag der Neid zu einem aufreibenden Machtkampf eskalieren – das Selbstbewußtsein muß nicht Schaden nehmen. Das Eingeständnis intellektueller Unterlegenheit hingegen läßt schmerzende Blessuren in der Psyche zurück.

Neid schafft eine angespannte Atmosphäre, in der menschliche Beziehungen nicht recht gedeihen. Man spricht sich nicht aus, das Problem läßt sich nicht artikulieren, sofern es überhaupt in das Bewußtsein   dringt. Im Berufsleben unterminiert der Neid die Kollegialität. Der Neider wehrt sich, der Beneidete wird zum Opfer. Er hat in dem Zweikampf keine Chance, wenn der Neider hierarchisch Macht über ihn hat. Das Repertoire an subtilen Schachzügen, den Beneideten lahm zu legen, ist überschaubar: Er wird nicht mehr als Vorsitzender eines Ausschusses gewählt, in dem er seine Ideen vorstellen kann. Die Publikation von Fachartikeln wird hintertrieben. Projektvorschläge vermodern in der Schublade. Es werden keine finanziellen Mittel bewilligt. Es werden Experten von Fremdfirmen um ihre Meinung zu diesem und jenem befragt, der Prophet im eigenen Hause wird ignoriert. Prioritäten werden geändert, damit Projekte des Beneideten nicht zum Zuge kommen. Auch eine Gemeinschaft kann neidisch sein.
Neid generalisiert sich dann in einer Front von Bedenkenträgern. Schöpferische Ideen verpuffen gegen das gewichtige Argument einer Masse. Das erspart eine kritische Auseinandersetzung mit dem Projekt. Die Masse argumentiert erfolgreich mit Klischees. Der Neid erhält eine offizielle Funktion als Schutz von Firmeninteressen.

Der Standort der Philosophie ist auf neutralem Boden. Würde man allen Ideen ihren Lauf lassen, wüchsen die Bäume in den Himmel. Der Neid erfüllt seine – unangenehme – Funktion, indem er eine menschliche Unzulänglichkeit benutzt, um dem Wildwuchs unbezahlbarer Ideen zu steuern. Was wirklich eine realistische Chance für die Zukunft hat, wird diese Sperre vielleicht einmal passieren.

 

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